Tempus fugit Barbara Ruda

Wenn Theater hinsieht

Das Theater Tempus fugit ermutigt Jugendliche mit dem Stück "Ich sehe was, was du nicht siehst" zum Nein sagen und füreinander einstehen.

Im Mittelpunkt des neuen Stücks von Theater Tempus fugit steht die Auseinandersetzung mit Grenzverletzungen, sexualisierter Gewalt, Rollenbildern und gesellschaftlichen Vorurteilen, die wichtiger ist denn je. Ihre Inszenierung des preisgekrönten Stücks von Sergej Gößner, das 2026 mit dem Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde, dreht sich um einen scheinbar unbeschwerten Sommerabend unter Jugendlichen: eine Party, erste Annäherungen und ein Flaschendrehen-Spiel. Es werden Grenzen überschritten und aus einem vermeintlichen Spaß entsteht eine Situation, die niemand ignorieren sollte.

Den beiden Spielenden Thoja Steenbeck und Tilo Neuhaus gelingt es überaus eindrücklich, diese herausfordernde Thematik sensibel, verständlich und zugleich eindringlich zu erzählen. Dabei nehmen sie nicht nur die Perspektive einer betroffenen Person ein, sondern beleuchten auch die Verantwortung aller Beteiligten. Wer schaut weg? Wer schweigt? Wer unterstützt? Und wer hat den Mut, einzuschreiten? Damit verdeutlicht „Ich sehe was, was du nicht siehst“ die Bedeutung vom füreinander einstehen und zeigt, dass ein respektvolles Miteinander auch vom Handeln jedes Einzelnen abhängt.

Theater Tempus fugit bringt so auf beeindruckende Weise ein Thema auf die Bühne, das viele junge Menschen bewegt und zugleich oft von Unsicherheit, Scham und Sprachlosigkeit begleitet wird. Mit großer Nähe zu den Lebenswelten Jugendlicher erzählt er von einem sexuellen Übergriff, den Fragen danach und von der Reaktion des Umfelds. Seine Figuren wirken authentisch, ihre Konflikte nachvollziehbar und ihre eigenen Zweifel an der Selbstwahrnehmung erschreckend vertraut. Genau darin liegt die Stärke des Stücks: Es zeigt, dass sexuelle Grenzverletzungen kein abstraktes Problem sind, sondern Situationen, die überall entstehen können und die jede und jeden betreffen.

Gerade für Jugendliche ist das Stück von besonderer Bedeutung: Die Inszenierung eröffnet Gesprächsräume, regt zum Nachdenken an und stärkt junge Menschen darin, eigene Grenzen wahrzunehmen, „Nein“ zu sagen und für andere einzustehen. Das Theaterstück sensibilisiert Jugendliche für einen respektvollen Umgang miteinander und ermutigt sie, hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen. Es greift ein gesellschaftlich relevantes Thema auf und vermittelt auf eindrückliche Weise, dass Schutz vor Übergriffen alle Menschen betrifft – unabhängig von ihrem Geschlecht.

Mit unserer Förderung der Inszenierung “Ich sehe was / was du nicht siehst“ unterstützen wir das Theater Tempus fugit aus voller Überzeugung, weil es einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention, Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung junger Menschen leistet. Wir hoffen, dass viele Klassen das Stück besuchen werden und die Jugendlichen dadurch wichtige Impulse für ein respektvolles, selbstbestimmtes und gewaltfreies Miteinander bekommen.

Foto: Barbara Ruda
Foto: Barbara Ruda

Die wichtigsten Eckdaten

Geförderte Einrichtung
Theater Tempus fugit
Zielsetzung
Theater gegen sexualisierte Gewalt: Jugendliche stärken, bevor Grenzen überschritten werden
Zeitraum
2026
Unser Kooperationspartner:
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